Du willst besser schreiben? Hier sind 6 entscheidende Tipps, die dir dabei helfen

Jeder Mensch kann schreiben.

Und nicht nur das: Jeder Mensch schreibt. Jetzt schon. Jeden Tag. Everybody writes.

Das ist der Titel (und die Kernaussage) von Ann Handleys Buch, auf das ich zufällig gestoßen bin – und das ich in nur drei Tagen verschlungen habe. Wenn du bessere Texte schreiben möchtest, kann ich dir nur sagen: Lies dieses Buch.

Meine wichtigsten Learnings und die 6 Tipps, die du direkt übernehmen kannst, fasse ich dir in diesem Artikel zusammen.

Dabei ist es übrigens ganz egal, was du schreibst: Blogartikel, Newsletter, von mir aus auch Instagram Posts. Diese Schreibtipps sind absolut universell und du kannst sie auf alle deine Texte anwenden!

Lust auf noch mehr Input rund ums Thema Content und E-Mail-Marketing? Dann ist mein Newsletter dein place-to-be:

  • drei E-Mails pro Woche: montags, mittwochs und freitags
  • ich zeig dir, wie du richtig guten Content erstellst, organische Reichweite und deine E-Mail-Liste aufbaust (mit allem, was dazugehört)

Klingt cool? Dann trag dich hier ein! Du kannst dich natürlich jederzeit wieder abmelden.

Alle Infos zum Newsletter-Versand, Erfolgsmessung etc. findest du in der Datenschutzerklärung.

Tipp #1: Wenn du gut schreiben willst, dann schreib viel

Es klingt so simpel, oder?

Wenn du gut (oder zumindest schon mal besser) schreiben willst, dann schreib viel.

Tatsächlich ist es auch so simpel. Denn wie Ann Handley direkt zu Beginn von „Everybody Writes“ sagt: Writing is a habit, not an art.

Schreiben ist eine Gewohnheit, keine Kunst.

Wenn du besser schreiben möchtest, dann musst du viel schreiben. Und dann wirst du automatisch besser. Das gilt für alles, nicht nur für’s Schreiben: Im Februar 2021 hab ich angefangen,  Seilspringen in meine Workouts zu integrieren. Es war wahnsinnig anstrengend, meine Wadenmuskeln haben nach den ersten 30-Sekunden-Intervallen gebrannt wie Feuer und meine Kondition war ein Scherz. Ich war nach ein paar Minuten komplett am Ende.

Heute, ein paar Monate später, merke ich von meinen Wadenmuskeln nichts mehr. Sie sind einfach da und machen ihren Job. Warum? Weil ich fünf Mal in der Woche morgens um 7 Uhr 30 Minuten Seil springe.

Beim Schreiben gilt wie beim Sport: Mach eine Routine draus!

Plan dir feste Zeiten nur für’s Schreiben ein. Trainier deinen Schreibmuskel so wie ich meine Wadenmuskeln. Dann wird es einfacher. Wenn du dich aber nur einmal im Monat hinsetzt, um einen neuen Blogartikel zu schreiben, darfst du dich nicht wundern, wenn du nur schwer vorankommst und der ganze Prozess wahnsinnig anstrengend ist.

Jap, am Anfang ist es unangenehm und schmerzhaft. Aber es wird nur dann besser, wenn du dranbleibst.

Finde deine beste Zeit zum Schreiben

Ann Handley sagt: „Set aside time each day when you’re freshest.“ Finde heraus, wann du im Kopf frisch genug bist, um zu schreiben.

Bei ihr (und bei mir) ist das morgens.

Wenn du abends erst so richtig in Fahrt kommst, wenn es dunkel ist, die Menschen um dich herum schon im Bett sind und Ruhe eingekehrt ist – dann ist das deine Zeit zum Schreiben.

Dann gilt aber auch: Schreib nicht viel, schreib oft. 30 Minuten schreiben pro Tag bringen dich weiter als 5 Stunden jeden Sonntag.

Viel und regelmäßig schreiben ist also die Grundvoraussetzung. Jetzt kommen wir zu konkreteren Schreibtipps, mit deren Hilfe du direkt besser schreiben kannst.

Tipp #2: Überleg dir zuerst, was genau du schreiben willst

Je mehr du darüber nachdenkst, was genau du sagen möchtest, und je besser du das planst, desto einfacher wird es, das Ganze später aufzuschreiben.

Denken und Schreiben begünstigt sich gegenseitig, zumindest ist das die Erfahrung, die ich gemacht habe. Wenn du etwas aufschreiben willst, dann musst du es klar formulieren. Und nur weil du einen Gedanken im Kopf hast, heißt das noch lange nicht, dass du die Worte auch klar auf’s Papier bringen kannst.

Schreiben hilft dir daher auch, deine Gedanken klar zu formulieren und zu sortieren.

Eine gute Übung hierfür: Journaling.

Schnapp dir jeden Abend dein Notizbuch oder ein Blatt Papier (was auch immer du schnell zur Hand hast) und einen Stift. Und dann fang an, über deinen Tag zu schreiben. Was hast du erlebt? Wie ging es dir heute, wie hast du dich gefühlt?

Deine Erlebnisse und Emotionen des Tages tatsächlich in Worte zu fassen, ist eine super Übung, um die eigenen Gedanken zu sortieren und klar zu formulieren.

Und ja, das wird dir auch für deine Blogartikel, Newsletter & Co. helfen, bei denen es um ganz andere Themen geht! Probier’s einfach mal aus.

(Das kommt übrigens nicht aus Everybody Writes, das ist einfach meine eigene Erfahrung.)

Raubt dein Newsletter dir gerade den letzten Nerv, weil du einfach viel zu lange daran sitzt?

Diese Vorlagen für Betreffzeilen und komplette E-Mails sparen dir Zeit und Kopfschmerzen, lösen deine Schreibblockaden auf und geben dir die nötige Struktur!

Was ist das Ziel?

Bevor du anfängst, deine Texte zu schreiben, überleg dir also: Was genau ist das Ziel des Blogartikels, des Newsletters oder was auch immer du schreiben möchtest?

Welche Informationen willst du rüberbringen?

Und vor allem: Warum ist das für deine Leser:innen relevant?

Je klarer du das formulieren kannst, desto einfacher wird das Schreiben. Und hier schließt auch direkt der nächste Tipp an:

Tipp #3: Organisier dich, bevor du anfängst zu schreiben

Bevor du den Text tatsächlich schreibst, bereite ihn vor. Das Problem mit der leeren Seite und „ich weiß nicht, womit ich anfangen soll“ umgehst du so komplett.

Good writing is like math. It has logic and structure.

Um deine Texte vorzubereiten, erstell ein sogenanntes Outline. Das Outline ist dein Konzept, dein Inhaltsverzeichnis, deine Struktur. Liste hier alle Punkte auf, die du in deinem Text unterbringen willst, um das Ziel (siehe Tipp #2) zu erreichen.

Bei Blogartikeln z.B. werden diese Punkte am Ende deine Zwischenüberschriften.

Im nächsten Schritt füllst du diese Punkte mit Inhalt – immer noch in Stichpunkten. So merkst du direkt, an welchen Stellen du vielleicht noch Beispiele, Statistiken oder weiterführende Links recherchieren musst.

Mein Outline für diesen Blogartikel hier sieht so aus (ich benutz dafür Evernote):

Wenn du tatsächlich anfängst zu schreiben, formulierst du diese Stichpunkte einfach aus und baust Übergänge zwischen den einzelnen Punkten ein. Diese Übergänge sollen die Leser:innen durch den Text führen, sodass sich am Ende ein rundes Bild ergibt.

Das Outline kann, wie bei mir, eine Liste mit Stichpunkten sein, muss es aber nicht. Nutz das, was auch immer für dich funktioniert: Mindmaps oder Sticky Notes sind z.B. auch gute Optionen (hab ich gehört – für mich wär’s nix).

Kleiner Funfact an der Stelle: Genauso habe ich 2016 sogar meine Bachelorarbeit geschrieben. Damals wusste ich allerdings noch nicht, dass man das Outline nennt und dass ich Jahre später mal Blogartikel nach dem gleichen Konzept schreiben würde.

Eine gute Vorbereitung und Organisation ist der Schlüssel, wenn du bessere Texte schreiben möchtest (mal abgesehen davon, dass du viel schreiben musst – um das nochmal kurz in Erinnerung zu rufen). Kommen wir jetzt noch zu ein paar Tipps, was das tatsächliche Schreiben angeht.

Tipp #4: Schreib das Wichtigste an den Anfang

Komm direkt auf den Punkt. Du willst deine Sätze nicht unnötig aufblasen mit Wörtern, die du auch weglassen könntest (ohne dabei die Bedeutung des Satzes zu verändern).

Die ersten Wörter in jedem Satz sollen dafür sorgen, dass man gerne weiterlesen möchte – und nicht, dass man direkt abgeschreckt wird, weil man am Ende des Satzes schon wieder vergessen hat, was nochmal der Einstieg war.

Eliminate distractions and highlight what’s important.

Beispiel gefällig?

Nehmen wir mal einen Satz vom Anfang dieses Artikels. Dort hab ich geschrieben: „Wenn du besser schreiben möchtest, dann musst du viel schreiben. Und dann wirst du automatisch besser.“

Eine aufgeblasene Version davon könnte zum Beispiel so aussehen: „Du kannst noch so viele Bücher lesen oder dich mit dem Schreiben an sich in der Theorie beschäftigen – am Ende kommt es ganz darauf an, wie viel du tatsächlich schreibst. Denn je mehr Übung du hast, desto besser wirst du. Das passiert dann ganz automatisch.“

Der Unterschied wird klar, oder? Beide Varianten haben genau die gleiche Aussage, und es gibt keinen Grund, nicht direkt auf den Punkt zu kommen. (Nein, eine höhere Wortanzahl bei deinem Blogartikel ist auch kein Grund.)

Tipp #5: Nimm den Platz deiner Leser:innen ein

Du willst in deinen Texten alle Fragen, die beim Lesen aufkommen könnten, antizipieren und direkt beantworten.

Versetz dich also in deine Leser:innen und frag dich: Wo stehen sie gerade? Was beschäftigt sie? Und wie kannst du sie da bestmöglich abholen? Das hat mit Empathie zu tun – und mit Recherche.

Je besser du weißt, für wen du da eigentlich schreibst und welche Leute du erreichen möchtest, desto einfacher wird’s!

Denn deine Texte müssen niemand anderem gefallen außer deiner Lieblingskundin.

Wann immer du also Kontakt mit deinen Kund:innen hast, hör genau hin (das solltest du sowieso tun – nicht nur, damit du bessere Texte schreiben kannst, sondern auch, um bessere Angebote zu kreieren und ihnen so gut wie möglich helfen zu können).

Notier alle Fragen, alle Herausforderungen, alle Ausreden die sie benutzen.

Hier übrigens auch wieder Tipp #4 beachten: Um die bestmögliche Leseerfahrung zu kreieren, komm auf den Punkt. Schreib nicht drumherum, sondern gib deinen Leser:innen direkt das, was sie haben wollen.

Tipp #6: Erst schreiben, dann editieren

Der Editieren-Part nimmt in „Everybody Writes“ recht viel Platz ein und ich muss zugeben: Ich hab mich beim Lesen etwas ertappt gefühlt. Das ist definitiv etwas, was ich selber noch viel zu wenig mache.

Ann Handley sagt nämlich: Schreib deinen ersten Entwurf (sie nennt es Ugly First Draft). Folge deinem Outline, aber schreib alles, was dir einfällt. Lass erstmal alles raus.

Die richtig gute Version deines Textes entsteht erst, wenn du den ersten Entwurf editierst.

Zwischen Schreiben und Editieren kann (und sollte) gerne ein ganzer Tag liegen.

Dann gibt es zwei Schritte, wie du selber deine eigenen Texte überarbeiten und besser machen kannst:

Schritt 1: Editing by chainsaw – die Kettensäge

Im ersten Schritt hast du das große Ganze im Blick. Du legst hier keinen Fokus auf die richtige Grammatik oder einzelne Wörter, sondern auf das Gesamtwerk.

Geh deinen Text anhand folgender Fragen durch:

  • Hast du den wichtigsten Punkt des Textes soweit am Anfang wie möglich? Oder bist du in der Einleitung zu ausschweifend geworden?
  • Was kannst du komplett rausstreichen, weil es nicht zielführend für die Kernidee und das Ziel des Textes ist?
  • Sind die einzelnen Unterpunkte miteinander verknüpft, sodass alles Sinn ergibt und sich nichts davon wie ein Fremdkörper anfühlt, bei dem man sich fragt: „Okay, wo kommt das jetzt her“?
  • Ergibt die Reihenfolge der Unterpunkte Sinn oder könntest du sie verändern?

Beim Schreiben von diesem Blogartikel hab ich z.B. festgestellt, dass die Reihenfolge der Tipps, die ich mir zuerst überlegt habe, nicht gut gepasst hat. Das merkt man aber oft erst, wenn man mit etwas Abstand nochmal draufguckt.

Wenn du mit der Kettensäge über deinen Text gegangen bist, geht’s an die Feinheiten.

Schritt 2: Editing with surgical tools – die Feinheiten

Jetzt geht es an die konkreten Wörter und Sätze, die du geschrieben hast. Geh jeden Satz deines Textes nochmal durch und streich alles raus, was überflüssig und für die Bedeutung des Satzes irrelevant ist!

Das können so Wörter sein wie

  • irgendwie
  • eigentlich
  • dann
  • also
  • halt
  • einfach
  • überhaupt
  • wohl
  • ganz
  • eben
  • ja

Füllwörter, die beim ersten Entwurf oft dabei sind. Aber du wirst merken: Wenn du sie rausstreichst, hat der Satz noch immer die gleiche Bedeutung UND ist einfacher zu lesen.

Außerdem hältst du in diesem Schritt Ausschau nach Stellen im Text, an denen du noch konkreter werden kannst. Je anschaulicher du eine Situation beschreibst, desto besser!

Ein paar Beispiele:

  • Statt Gewürze schreib Salz, Pfeffer und Oregano.
  • Statt Abendessen schreib Kürbis-Flammkuchen.
  • Statt ich war beim Sport schreib ich war ne halbe Stunde im Wald joggen.

Der erste Entwurf deines Textes soll absolut nicht „perfekt“ sein. Diesen Anspruch kannst du ganz schnell aus deinem Kopf streichen. Hier schaffst du einfach die Ausgangsbasis, die du brauchst, um dann beim Editieren und Überarbeiten einen richtig guten Text draus zu machen.

Das waren meine Learnings aus Everybody Writes

Okay, es waren nicht alle Learnings. Das Buch von Ann Handley hat noch viel mehr zu bieten – deswegen an der Stelle nochmal die Empfehlung, selber das ganze Buch zu lesen. Hier kannst du es bei Thalia bestellen.

Fassen wir nochmal zusammen:

  • Schreib viel und regelmäßig, dann wirst du automatisch besser
  • Plane und organisiere deine Texte, bevor du anfängst zu schreiben
  • Komm auf den Punkt
  • Nimm den Platz deiner Leser:innen ein
  • Erst schreiben, dann editieren

Welchen der 6 Tipps wirst du als erstes umsetzen? Schreib’s in die Kommentare! Ich bin gespannt.

In 12 Wochen zu besseren Blogartikeln und Newslettern

Besser schreiben klingt gut - aber du wüsstest gerne, wie gut oder nicht gut deine Texte eigentlich sind?


Hol dir von mir 12 Wochen Content-Feedback für deine Blogartikel und Newsletter.

"

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.